Sinfoniekonzert am 11. Februar 2018

Konzertarien von Mozart und Beethoven

Die Gattung Konzertarie existierte nur eine verhältnismässig kurze Zeit etwa zwischen 1770 und 1850. Es handelte sich dabei um Auftragsarbeiten meist bedeutender Sänger und Sängerinnen an meist ebenso bedeutende Komponisten, bei denen in einem geeigneten Tonstück die sängerischen Fähigkeiten des jeweiligen Interpreten in bestmöglicher Weise präsentiert werden konnte. Komponist und Sänger mussten also bei der Entstehung einer solchen Arie eng zusammenarbeiten. Konzertarien waren grundsätzlich nicht für eine mögliche künftige Oper des jeweiligen Komponisten konzipiert, sie standen isoliert, doch waren sie im allgemeinen wie eine Opernarie aufgebaut. Einem Rezitativ bzw. einer Introduktion folgte die eigentliche (Bravour-) Arie, wobei diese sowohl von tragischem Inhalt als auch von heiterem Charakter sein konnte.

Ludwig van Beethovens Tripelkonzert

Beethovens Tripelkonzert ist formal und gattungsbezogen schwer einzuordnen. Ein solches Konzertstück für drei Soloinstrumente und Orchester war zur Zeit seiner Entstehung zwar ein Rückgriff auf eine schon aus der Mode gekommenen Form – rein äußerlich wirkt es wie ein Ableger des barocken Concerto grosso, nur dass es eben drei Solisten sind: Im Gegensatz zu einem Werk mit nur einem Solisten kann in einem Tripelkonzert keiner der drei seine Virtuosität voll in den Vordergrund stellen, ganz im Gegenteil, er muss den Beifall für sein Können und die Aufmerksamkeit der Hörer auch noch mit den anderen beiden teilen.

Reflexionen südländischen Lebens: Mendelssohns Italienische Symphonie

Für Felix Mendelssohns A-Dur-Symphonie gilt die gleiche Charakterisierung, wie sie Beethoven seiner Pastorale gab: „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“. Wie Beethoven in fünf Sätzen verschiedene Stimmungen eines Aufenthalts auf dem Lande wiedergibt, schildert Mendelssohn in seinem op. 90 Impressionen einer Italienreise von 1830-31, wobei er das Werk dort zwar begonnen, jedoch erst 1833 in Berlin vollendet hat. Mendelssohns Italienische Symphonie ist ein Werk, das keine subjektiven Probleme oder deren Überwindung in Kämpfen schildern will – sie ist, wie es der Mendelssohn-Biograph Walter Dahms gesagt hat, „alles das, was sich die ewige Sehnsucht des Nordländers unter Italien vorstellt […] – überschäumende Lebenslust und verträumte Schwermut, phantastische Fülle und Buntheit voll heller, glänzender Farben […] in einem Kolorit voll bezaubernder Anmut und Grazie.“


Ort, Zeit und Programm sowie weitere Informationen zu diesem Konzert finden Sie hier.

 

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