Brückenschläge Ost-West I

Ein sehr fesselndes Konzept weisen zwei der Sonderkonzerte auf, die unter dem Namen »Brückenschläge« angekündigt sind. Das erste dieser Konzerte im Oktober 2018 beginnt aber mit einem Werk Erwin Schulhoffs, dem in einem Internierungslager der Nationalsozialisten verstorbenen deutschböhmischen, jüdischen Opernkomponisten, der dem Kommunismus nahestand und Karl Marx‘ berühmtes Manifest in Töne gesetzt hat. Dem ungewöhnlichen Werk folgen Kompositionen von Boris Blacher, einem der meistaufgeführten Tonsetzer der Gegenwartskunst in den westdeutschen Nachkriegsjahren. Das Pendant zu dessen »Paganini-Variationen« bildet ein spirituell fundiertes Werk von Wolfgang-Andreas Schultz. Dem Orchesterwerk des bekannten DDR-Filmkomponisten Peter Gotthardt (»Die Legende von Paul und Paula«) folgen die »Variationen über ein niederländisches Volkslied« von Kurt Schwaen, einem Meister des Neoklassizismus aus der DDR, wo seine Opern wie seine oft an der deutschen Folklore und der anderer Länder orientierten Schöpfungen beliebt waren und viel gespielt wurden.

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